Kunstmeile 2019

Mit mehr als 200 Ausstellungsobjekten und den bereits fest installierten Arbeiten, die größtenteils aus dem Stahlpark Riedersbach stammen, ist die KUNSTMEILE Trostberg ‚ 19 Südbayerns größte Schau zeitgenössischer Kunst. Führungen, Schulprojekte, Dokumentarfilme im Stadtkino und ein musikalisches Rahmenprogramm machen die Veranstaltung, die von Freitag, 25. Mai, bis Montag, 10. Juni, stattfindet, zu einem besonderen Kulturereignis. Die ganze Stadt wird zur Galerie – so die Grundidee des Trostberger Künstlers und Kunstmeilen-Initiators Werner Pink. Auf 1,6 Kilometern quer durch die Trostberger Altstadt sind unter anderem Installationen, Grafiken, Gemälde und Plastiken zu sehen.

Weiter Infos unter: https://www.kunstmeile-trostberg.de/

MIXED UP – Bundeswettbewerb für kulturelle Bildungspartnerschaften

Kunst ist tolerant, Kunst verbindet, Kunst macht frei, Kunst überwindet Grenzen, Kunst ist allgegenwärtig. In der
Erarbeitung des Leitgedankens der Heinrich-Braun-Mittelschule -Stark ins Leben- und der Neuorientierung des
Schulprofils war es allen am Entwicklungsprozess Beteiligten – das waren in erster Linie die Schüler als Ideen- und
Meinungsbildner und in zweiter Linie die Schulleitung, Lehrkräfte und Eltern als Berater – wichtig, die -Künstlerische
Vielfalt- ins Schulcurriculum aufzunehmen. Die Heinrich-Braun-Mittelschule macht es sich zur Aufgabe in
interdisziplinären Projekten möglichst jeden Jugendlichen mit Kunst in Berührung zu bringen. So finden u. a.
Theaterworkshops und -besuche in Kooperation mit dem Landestheater in Salzburg, Projekte mit unterschiedlichen
Filmschaffenden (Hr. Stepanic und Fr. Federl), AGs Theater, Tanz, Chor und Musik und die wiederholte Teilnahme an
der Kunstmeile in Trostberg statt. Die Stadt Trostberg lädt im zweijährigen Rhythmus zu Südbayerns größter Schau
zeitgenössischer Kunst ein. Seit 2005 findet diese statt, zum fünften Mal mit einer gesonderten Schülerausstellung. Die
ganze Stadt wird zur Galerie. – so die Grundidee des Trostberger Künstlers Werner Pink. Ein 1,6 km langer
Skulpturenpark im Stadtgebiet verbindet die Ausstellungsorte im Postsaal, dem Städtischen Museum und der HeinrichBraun-Mittelschule. 81 Kunstschaffende aus Deutschland, Österreich, Italien und ein Bildhauer aus China zeigten vom
24. Mai bis 10. Juni über 200 Werke. Mehr als 5300 Besucher staunten über die Gemälde, Skulpturen, Bilder,
Illustrationen, Installationen, Plastiken und Fotografien. Auch die Heinrich-Braun-Mittelschule öffnete täglich ihre Türen
und stellte das kreative Schaffen von Schülern/innen zur Schau. Im Rahmen der Kunstmeile lud das Kulturamt Kinder
und Jugendliche zur kreativen Umsetzung des Themas -Feuer, Wasser, Luft und Erde – die vier Elemente- ein. Dieser
Aufforderung folgten 10 Schulen und eine Kindermalgruppe: Heinrich-Braun-Grundschule, Heinrich-Braun-Mittelschule,
Staatliche Realschule Trostberg, Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg, Brückenschule Trostberg, Berufsfachschule für
Holzschnitzerei und Schreinerei Berchtesgaden, Hauptschule Ostermiething, LEA Produktionsschule Wörgl,
Polytechnische Schule Wörgl, Neue Mittelschule St. Pantaleon, Malatelier Neßling. So entstand eine beeindruckende
Vielfalt der Darstellung. Bereits im Vorfeld nahmen die Organisation und künstlerische Umsetzung des Schülerthemas
Einzug in den Unterrichtsalltag der Heinrich-Braun-Mittelschule. Fächer- und disziplinübergreifend konnten dabei über
500 Schüler unserer Schule ihre Neigungen und Interessen erproben und festigen sowie Fertigkeiten und Fähigkeiten
schulen und einbringen. Selbstständigkeit und Eigenverantwortung standen dabei im Vordergrund.

Beispiele schülerorientierter Projekte im Rahmen der Kunstmeile:
1. Übernahme organisatorischer Aufgaben durch Schüler:
Die Projektprüfung der 10. Klassen zum Erwerb des Mittleren Bildungsabschlusses stand in allen BoZ-Fächern unter
dem Motto Kunstmeile Trostberg 19. Merkmal ist dabei das freie Arbeiten im Team und die selbstständige Planung und
Durchführung der themenbezogenen Arbeiten. Im technischen Bereich wurden dazu Malerstaffeleien als Aufsteller für
Bilder aus Holz gebaut. Schüler aus dem Fach Soziales setzten die Verköstigung einer Besuchergruppe aus Österreich
um (s. u.). Ein Teil des schriftlichen Briefverkehrs, ein Schul-Kunstmeile-Logo, ein Kunstquiz für Besucher, die
werbewirksame Außendarstellung auf Plakaten und die Beschriftung der Kunstwerke wurden im Fach Wirtschaft am PC
erstellt.
2. Künstlerische Umsetzung:
Sowohl im lehrplanbezogenen Unterricht des Faches Kunst (Die Farben des Wassers; Collage 3 x 4 m aller 5. Klassen:
Die Heterogenität der Schüler spiegelt sich in der Vielfalt der Farben des Wassers wider. Die einzelnen Fische
symbolisieren die Individualität jedes einzelnen.), als auch in unterschiedlichen Projekten (Besuch auf Planet Erde; Film
der Klasse 6 bG im Musikunterricht: Verbindung von Bild, Klang, Rhythmus und Instrumentalspiel, Freude an
Kameraführung und Schauspielerei, kreieren eigener Filmszenen, planen und realisieren eines Films) wurde das Thema
umgesetzt. Hervorzuheben ist dabei die Kooperation mit regionalen und überregionalen Künstlern. In den vergangenen
Jahren entstand unter der Leitung von Werner Pink auf dem Schulgelände ein Skulpturenpark mit Stahlobjekten. So
regt eine etwa 3 m große Weltkugel aus rostigem Stahl mit flüchtenden Personen die Besucher der Heinrich-BraunMittelschule zum Nachdenken an. 2019 fand eine Zusammenarbeit mit der Bühnenmalerin Christine Albrecht des
Festspielhauses Salzburg statt. Am Graffiti -Out of Control- (3 x 5 m) waren alle Schüler/innen der Schule beteiligt,
denn jeder war aufgefordert seine Idee, seinen Schriftzug, seine Gedanken zu skizzieren. Daraus erstellte die
Künstlerin einen kleinformatigen Entwurf, der unter ihrer Anleitung von einer 7. Klassen mit dem Langen Pinsel
vergrößert wurde. Im Zentrum der Ausstellung und als Verbindungsglied zwischen allen Elementen stand ein
Fantasiebaum, der ebenso von Frau Albrecht mit der AG Theater aus Styropor geformt wurde. Dieser Wanderbaum
wird als Bühnenbild im Schauspiel -hier kommt ANDERS- der Heinrich-Braun-Mittelschule zu sehen sein.
3. Teilhabe an Festakten:
Die Bedeutung der Schülerausstellung wurde nicht nur durch den hohen Besucherzuspruch, sondern auch durch eine
Feier hervorgehoben. Am 28.05. fanden sich alle jugendlichen Akteure im Foyer der Mittelschule ein, um durch
Bürgermeister Schleid und das Kunstmeile-Team prämiert zu werden. Durch ein EuRegio Projekt konnten 40
Jugendliche aus Wörgl begrüßt werden, die bereits am Vormittag anreisten und die Heinrich-Braun-Mittelschule
besuchten. Sie wurden von einer Schülergruppe der Schule empfangen und in der Aula bewirtet. Der Festakt wurde
von der Schulband und der Gitarrengruppe stimmungsvoll umrahmt.
Die Koordination und Kooperation der Heinrich-Braun-Mittelschule und des Kulturamtes der Stadt Trostberg hat sich
im Laufe der Jahre stetig vertieft, der persönliche Kontakt ist von Anerkennung und Vertrauen geprägt, die Aufgaben
sind durch die Zuweisung der Organisationsleitung an Frau Dr. Steiner und Frau Rothe eindeutig definiert. Besuchten
in den ersten beiden Jahren die Schüler die Kunstmeile nur als Besucher, wurden dann einzelne Werke integriert. 2019
fand zum wiederholten Male eine umfangreiche und künstlerisch fundierte Ausstellung von Schülerkunst statt. -Kunst
darf nicht nur etwas für Erwachsene sein, und um Kunst zu schätzen, kann nicht früh genug damit begonnen werden,
diese zu vermitteln-, sagte der Bürgermeister. Diese Wertschätzung von Kunst, auch von Schülerkunst, ist
kontinuierlich zu spüren.

Die Kunst der Bühnenmalerei

Die Kunstmeile wirft ihre Schatten voraus…

„Die Elemente außer Kontrolle“, so interpretierten die Schüler und Schülerinnen der Heinrich-Braun-Mittelschule das Schülermotto der Kunstmeile 2019. Entstehen sollte ein riesiges Graffiti, das möglichst viele Schülerideen vereint. So wurde in einzelnen Klassen zuerst analysiert, was ein Graffiti kennzeichnet, welche Elemente es gibt und wie diese aus den Fugen geraten können. Diese eigentlich trockene Vorarbeit konnte schnell in eigene Kreativität umgesetzt werden. Die abwechslungsreichen Entwürfe wurden gesammelt und mit Christine Albrecht zu einer Collage zusammengestellt. Frau Albrecht ist ausgebildete Bühnenmalerin und nunmehr die dritte Saison am Festspielhaus in Salzburg angestellt. Unter anderem arbeitete sie am Bühnenbild der „Zauberflöte“, „Lady Mcbeth“ oder dem „Jedermann“ mit. Am Dienstag, 18. Dezember 2018 und Mittwoch, 19. Dezember 2018 kam die Malerin in die Heinrich-Braun-Mittelschule und lehrte die Schüler und Schülerinnen der Klasse 7 dMG den Umgang mit dem sogenannten Langen Pinsel. Ganz wie in Bühnenmanier lag die Leinwand am Boden und die Flächen wurden von oben herab im Stehen anhand einer kleinen Skizze mit Farbe gefüllt. Das Interesse der vorbeikommenden Schüler war sogleich riesig, fanden sie sich doch in den Bildern als auch der Darstellungsform des Graffitis wieder. Das vollendete Kunstwerk kann im Rahmen der Kunstmeile in der Eingangshalle der Heinrich-Braun-Mittelschule bewundert werden.