Abenteuer in der virtuellen Märchenwelt

 

Am Montagmorgen um 9:00 erreichte die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen mit ihren Lehrerinnen Frau Langmaier, Frau Solder, Frau Schambeck und Frau Scheer der Heinrich-Braun-Mittelschule der erste Hilferuf aus der virtuellen Märchenwelt: Die Geschichten in der Märchenwelt waren von einem fiesen Computervirus befallen und nun lag es an der Klasse, diese Welt zu retten. Eine Projekt-Woche in der virtuellen Märchenwelt? Ohne Mathe? Die Teilnahme der Klasse 5a war natürlich keine Frage. Und schon wurden jeden Tag eifrig Aufgaben gelöst, in denen fremde Figuren aus den Geschichten entfernt, Rätsel gelöst und Märchen analysiert werden mussten. Nach diesem Trainingsprogramm war es dann soweit: Die Schüler stellten sich der Aufgabe, in kleinen Gruppen Märchen zu schreiben, damit der Fortbestand der virtuellen Märchenwelt gesichert ist. Nach kurzen Beratungen machten sich die Gruppen begeistert ans Werk und auf diese Weise entstanden vier kreative Geschichten:

Ein tapferer Prinz muss sein Reich vor einer Gruppe gemeiner Goldbären retten, die alle Menschen in goldene Statuen verwandeln. Der etwas furchtsame Leonard von Drachenstein muss sich als Anwärter auf den Königsthron bewähren und eine schwierige Aufgabe meistern. Prinzessin Mia bekommt nicht nur ihren gestohlenen Zauberspiegel zurück, sondern erhält gleichzeitig einen mutigen Ehemann. Und zu guter Letzt findet auch Schwarzkäppchen mit ihrem Freund, dem Grautroll, ein neues Zuhause im Königsschloss.

Auch die Klasse 5b kam zu Hilfe. In Gruppenarbeit entstanden vier verschiedene Märchen, in denen es um einen vergifteten Kuchen, böse Zauberer, einen gefährlichen Wald und zahlreiche spannende Aufgaben für den Held oder die Heldin geht. Im Kunstunterricht werden jetzt fleißig Bilder zu den einzelnen Märchen hergestellt.

Die Klasse 5cG schloss sich an. Auch sie lasen zuerst eifrig Märchen, schrieben dann eigene Märchen in Gruppenarbeit, besprachen und verbesserten sie gemeinsam, stellten sie sich gegenseitig vor und gestalteten sie mit selbst gemalten Bildern.

Der Prinz von Pfeilstadt muss seine Prinzessin Isolde aus den Klauen eines Drachens retten, ein schönes Mädchen wird zum Frosch und kann nur von einem liebenden Prinzen freigeküsst werden, eine magische Pflanze namens Rapunzel wird aus dem Zaubergarten der bösen Hexe gestohlen und das erstgeborene Kind  muss dafür der Hexe überlassen werden. Einem Drachen wird von einem König sein Herz gestohlen, er wird böse und spuckt Feuer.

Erst, als die Enkel des Königs sein Herz in Form eines Diamanten zurückgeben, findet er Frieden. Und so seufzt er erleichtert: „Endlich kann ich wieder Liebe und Freude spüren, nicht nur Neid und Hass!“

 

Im Rahmen der Märchenprojektwoche produzierten die Schülerinnen und Schüler der Partnerklasse 5a alle gemeinsam einen Film. Es war das musikalische Märchen Peter und der Wolf von Sergei Prokofjew, das 1936 zum ersten Mal in Moskau aufgeführt worden war.

Das Böse und das Gute

 

Es war einmal vor langer, langer Zeit ein altes Königspaar. Sie wussten, dass ihr Sohn der neue König werden sollte. Er hieß Leonard von Drachenstein. In dem Reich war es Tradition, dass jeder Prinz eine schwere Prüfung zu bestehen hatte, bevor er König werden konnte. Also sagte der König eines Tages zu Leonard: „Mein Sohn, du sollst die alte Hexe vom Turm holen.“

Der Prinz antwortete: „Ist das nicht gefährlich?“

„Nein Leonard, es ist nicht gefährlich, weil du mit deinem besten Freund dorthin gehst:“

„Ja dann, Vater, reite ich gleich los.“

„Dann vergiss aber nicht, dass du durch den Wald musst.“

Eine Weile später kamen die beiden am Wald an. Sein bester Freund äußerte: „Es ist kalt und düster.“

„Ach, erzähl keinen Unsinn.“

So ritten die beiden in den Wald. Leonard rief: „Da ist der Fluss.“

„Reiten wir weiter oder machen wir eine Pause?“

„Nein, reiten wir zum Fluss.“

„In Ordnung, du hast Recht.“

Sie machten dann am Fluss eine Pause und ritten später in den Wald weiter. Plötzlich sahen sie am Himmel Rauch.

Leonard sagte: „Komm, wir reiten dahin. Vielleicht ist da die alte Hexe.“

Der Freund flüsterte: „Da ist die alte Hexe – sie hat lila Haare und einen schwarzen Mantel.“

Die Hexe hörte das Wiehern eines Pferdes. Sie wusste sofort, dass es der Prinz war und überlegte sich schon einen Zauberspruch. Leonard ahnte, dass die Hexe sich einen Zauberspruch überlegte und zog sein Schwert, um zu kämpfen.

Die Hexe schrie: „Ene, mene, Hexerei, der Prinz soll jetzt eine Maus sein.“

Plötzlich verwandelte sich Leonard von Drachenstein in eine Maus. Die Hexe lachte ganz laut: „Nun bist du eine Maus von Drachenstein.“

Der Freund aber hatte sich einen großen Sack genommen und warf ihn auf die Hexe. Er rief: „Du Hexe, sollst den Leonard zurückverwandeln.“

„Na gut, ich mache es. Ene, mene, Hexerei, Maus soll wieder Prinz sein.“

„Danke, aber trotzdem kommst du immer noch mit.“

So ritten die drei ins Schloss.

 „Ja, mein Sohn ist wieder da! Die Hexe kommt sofort in den Kerker bei Wasser und Brot. Mein lieber Sohn, ab heute bist du der neue König.“

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Klasse 5a

Der alte hässliche König und die schöne Isabella

 

Ein armer Mann lebte mit seiner Frau und ihrer hübschen Tochter namens Isabella in einem Dorf im Wald. Ihr Haus war klein und kaputt und so lieh sich der Mann Geld vom alten, hässlichen König. Aber er konnte die Schulden nicht zurückzahlen.

Die schöne Tochter war verliebt in den Nachbarsjungen namens Lorenz und wollte ihn heiraten.

Dazu brauchten sie die Erlaubnis des Königs. Also ging Lorenz zum alten, hässlichen König und sagte: „Lieber König, ich will die Isabella heiraten, bitte gib mir die Erlaubnis!“

Doch der alte, hässliche König hatte die schöne Isabella schon gesehen, als er einmal durch das Dorf ritt. „Die schöne Isabella? Die werde ich selber heiraten.“

Verzweifelt ging Lorenz nach Hause und erzählte Isabella alles. „Den alten, greislichen König werde ich nie in meinem Leben heiraten!“, rief die schöne Isabella.

Lorenz ging wieder zum König und fragte wieder: „König, nie im Leben heiratet dich die Isabella, darf ich sie dann heiraten, weil sie ja dich nicht will?“

„Nur unter einer Bedingung! Du musst die Schulden des Mannes bezahlen!“, erwiderte der hinterlistige König. „Soviel Geld habe ich aber nicht!“, antwortete Lorenz. „Dann musst du zwei Aufgaben erfüllen, nämlich die Blume aus dem Zauberwald bringen und den bösen Drachen Schorschi töten.“  „Oh je, das wird schwierig!“, dachte sich Lorenz. Er sagte zu sich selber: „Ich werde es trotzdem versuchen!“

Er ging nach Hause und packte seinen Rucksack voll mit Bier, Würsten und Brot. Dann ging er einfach immer geradeaus. Er kam durch Wälder und Wiesen und Felder. Irgendwann kam ihm der Wald komisch vor. Die Blumen dort hatten ganz seltsame Farben, die er noch nie gesehen hatte. Auf einmal sah er auf einer Lichtung eine große schwarze Blume. „Eine schwarze Blume habe ich noch nie gesehen, das muss die Zauberblume sein, ich werde sie mir gleich holen!“, dachte er bei sich. Er näherte sich langsam der Blume und wollte sie nehmen, aber auf einmal verschwand sie im Boden. Das passierte ihm immer wieder. Der schlaue Lorenz hatte eine Idee. Er stellte sich hinter einen großen Baum, nahm einen Ast vom Boden und mit dem Ast konnte er die Zauberblume abknicken und pflücken. „Jetzt muss ich den Drachen Schorschi töten, das wird nicht so leicht gehen!“, dachte sich der arme Lorenz.

Er machte sich wieder auf den Weg und ging weiter, bis er an einen großen Felsvorsprung kam. Oben sah er den Drachen sitzen, er war giftgrün und verbreitete einen furchtbaren Gestank. Außerdem hatte er ein furchtbar großes Maul mit spitzen Zähnen. „Das schaffe ich nie im Leben!“, murmelte Lorenz. Aber dann kam ihm eine Idee. Er ging zu dem Drachen und sagte: „Hallo Drache, ich bin der Lorenz und ich habe dir ein wunderbares Getränk mitgebracht!“ Der Drache war sehr misstrauisch. Lorenz machte die Flasche Bier auf und hielt sie dem Drachen hin. Der schnupperte und schnupperte. Lorenz schüttete das Bier in ein Loch am Boden und der Drache schlürfte es schnell. Auf einmal wurde dem bösen Drachen schwindlig, er wackelte  hin und her und fiel auf einmal vom Felsen in die Schlucht. Er war sofort mausetot. Lorenz konnte es nicht glauben vor Freude. Er lief schnell nach Hause und heiratete die schöne Isabella. Sie waren sehr glücklich.

Klasse 5cG

Der böse Drache von Pfeilstadt

 

Es war einmal vor sehr, sehr langer Zeit, da lebte eine wunderschöne Prinzessin mit ihrem Vater, dem König von Herzogenstein, in einem riesigen, bunten Schloss. Die Stadt Herzogenstein besaß unvorstellbaren Reichtum und ihre Bürger waren sehr stolz.

Daneben lag Pfeilstadt. Es war eine kleinere Stadt und sie war auch nicht so reich. Der Prinz von Pfeilstadt, er hieß Hubert, liebte die wunderschöne Prinzessin aus Herzogenstein, ihr Name war Isolde.

Hubert hatte keinen größeren Wunsch als Isolde zu heiraten.

Doch bevor er das tun konnte, wurde die wunderschöne Prinzessin Isolde von einem bösen, unheimlichen Drachen entführt. Der Drache hatte spitze, lange Klauen und furchtbare Zähne. Er war riesengroß und hatte lange Flügel. „Hilfe, Hilfe, bitte rettet mich!“, schrie Isolde verzweifelt. Doch in der Luft hörte sie keiner. Der König war erbost: „Wie kann der Drache es wagen, die Königstochter zu rauben! Was sollen wir jetzt tun?“ Auch der Prinz von Pfeilstadt hatte erfahren, dass Isolde von einem Drachen entführt worden war. Er überlegte hin und her und am nächsten Morgen machte er sich auf den Weg zum König von Herzogenstein. Ja, er war überzeugt, dass er seine geliebte Prinzessin retten würde. „Ich werde deine Tochter retten, wenn du mir versprichst, dass ich sie heiraten darf!“, sagte er zum König. „Ich verspreche es dir, wenn du mir nur meine geliebte Tochter wieder bringst!“, antwortete der König. Er wünschte dem Prinzen viel Glück und gab ihm einen weißen prachtvollen Schimmel, der schnaubend im Hof stand. „Nimm mein bestes Pferd, es ist tapfer und schnell!“ Der Prinz stieg auf das Pferd und ritt los. Nach kurzer Zeit erreichte er die Stadtgrenze. Dort standen große Mauern aus riesigen Steinen. Als er hindurchritt, dachte er an sein gefährliches Vorhaben: „Werde ich es schaffen? Ich muss den Drachen besiegen und der ist groß und gefährlich!“ Er dachte auch daran, dass er vielleicht nie wieder zurückkehren würde.

Nach einer Weile kam der Prinz in ein kleines Dorf. Es waren keine Bewohner zu sehen. Da der junge Prinz kein Wasser mehr hatte, ging er zu einem der Häuser. Als er die große, schwere Holztür langsam öffnete, ächzte sie laut. Beim Eintreten sah er eine dunkle Gestalt in der Ecke sitzen. Als er näherkam, erkannte er, dass es eine alte Frau war. Sie trug ein gestreiftes Kopftuch und starrte ihn verängstigt an. Der Prinz fragte sie: „Was ist los, warum sind keine Leute hier?“ „Der böse Drache war hier und hat uns alles Essen gestohlen, alle anderen sind in den Wald gelaufen, aber ich war zu langsam.“ „Wo ist er hin?“, fragte der Prinz. „Er ist nach Süden geflogen!“, antwortete die alte Frau.

Der Prinz ritt weiter nach Süden und fand wieder ein Dorf, aber es war verlassen. Er suchte sich einen Brunnen, weil er durstig war. Als er trinken wollte, fiel er in den Brunnen und wurde immer tiefer nach unten gezogen. „Hilfe, was ist geschehen, wo bin ich!“, rief Prinz Hubert, aber es war dunkel und er konnte nichts sehen. „jetzt ist es aus mit mir!“, ging es ihm durch den Kopf. Schließlich landete er in einer riesengroßen Höhle. Auf einmal sah Prinz Hubert, dass in einer Ecke der Höhle seine geliebte Prinzessin saß und furchtbar weinte. Er sah sich um, doch sonst war die Höhle leer. Schnell lief Hubert zu Isolde, nahm sie an der Hand und sagte: „Schnell. Wir müssen flüchten, bevor es zu spät ist!“ Sie suchten den Ausgang der Höhle und rannten, so gut sie konnten. Hinten hörten sie noch, wie der Drache Feuer spuckte und fauchte. Der Prinz und die Prinzessin liefen zu dem weißen Pferd und ritten gemeinsam nach Hause. Dann heirateten sie und waren glücklich bis an ihr Lebensende.

Klasse 5cG

 Der Kuss vom Frosch

 

Es war einmal vor sehr langer Zeit, da lebte Markus, der Butler und die wunderschöne, junge Prinzessin Mary.

Der Butler Markus war unsterblich in sie verliebt und sie liebte ihn. Eines Tages wollte sie es ihrem König erzählen, aber er antwortete nur: „Nein, ich erlaube es nicht, dass meine Tochter keinen Blaublüter heiratet! Außer er besteht einen Prüfung!“

Mary fragte: „Welche Prüfung müsste er bestehen?“ Der König antwortete spontan: „Gagamehl, der Zauberer, entführt dich in einen Turm und Markus muss dich in einem halben Jahr finden. Aber du, Mary, wirst inzwischen verwandelt in einen Frosch und erst der Kuss der wahren Liebe verwandelt dich zurück. Wenn Markus dich nicht findet, musst du den Prinzen von Kuhniburg heiraten!“

„Markus, bist du einverstanden?“, fragte der König den Butler und Markus nickte.

Auf einmal stand der Zauberer da, nahm die Prinzessin und verschwand mit ihr in einer weißen Nebelwolke.

Zwei Tage später machte sich Markus auf den Weg, um die Prinzessin zu finden. Am ersten Tag seiner Reise fand er ein nettes, kleines Dorf, wo ihm für die Nacht Unterschlupf gewährt wurde.

Am zweiten Tag bedankte er sich und bekam noch ein bisschen Brot, weil er nichts mehr zu essen hatte. Er freute sich schon auf seine geliebte Prinzessin und ein schönes, gemeinsames Leben mit ihr.

Fünf Monate vergingen und er hatte die Prinzessin noch immer nicht gefunden.

Plötzlich sah er einen Turm und erinnerte sich: „Der König hat doch gesagt, der Zauberer hält meine geliebte Prinzessin in einem Turm gefangen!“

Plötzlich sah er, wie Mary aus dem Fenster sah und verzweifelt ein Lied sang. Doch wie sie da so sang, da stand auf einmal der Zauberer neben ihr und zog sie schnell vom Fenster weg. Markus war erschrocken, als er sie wiedersah, denn er hatte sie noch nie so traurig gesehen, wie in diesem Moment. Also wollte er sie so schnell wie möglich befreien.

Als der Abend anbrach, verließ der Zauberer den Turm und Mary schaute wieder traurig hoch zu den Sternen.

Plötzlich rief Markus ihr zu: „Ich bin da, liebste Mary, komm schnell herunter zu mir!“ „Ich kann nicht kommen, denn dann werde ich wieder zum Frosch denn nur der Kuss der wahren Liebe rettet mich, aber nur, wenn ich da noch ein Mensch bin, du musst also heraufkommen!“, erwiderte Mary. Markus nahm seinen ganzen Mut zusammen und kletterte vorsichtig den Turm hinauf, da er nicht wusste, ob der Zauberer nicht irgendwo eine Falle versteckt hatte.

Er kam hinauf zur Prinzessin und küsste sie inniglich. Dann verließ er mit ihr den Turm und sie gingen beide zurück in ihre Heimat. Dort lebten sie lange und glücklich!

Klasse 5cG

 

Der Zauberspiegel

 

Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin namens Mia. Eines Tages hatte Mia ihren 18. Geburtstag. Mias Freunde waren alle eingeladen und sie war sehr glücklich. Sie wollte nämlich immer einen Zauberspiegel und an ihrem Geburtstag bekam sie ihn endlich. Sie sah den Spiegel und freute sich sehr. Dann wünschte sie sich lange Haare und sofort erfüllte ihr der Spiegel den Wunsch.

Mia hatte nun wunderschöne, lange Haare. Um diese Haarpracht pflegen zu können, stellte Mias Vater eine junge Zofe ein. Nach drei Tagen war die Zofe Sara schon da. Ihr Vater wusste aber nicht, dass Sara ein gemeines Mädchen war. Sara war nämlich eine Diebin wie auch ihre Mutter. Saras Mutter wollte den Zauberspiegel stehlen und deshalb suchte Sara immer danach. Aber sie fand ihn nicht.

Dann hatte Sara eine Idee. Sie verkleidete sich als Prinzessin und ging in die Kammer. Darin war nämlich der Zauberspiegel. Sie nahm ihn, lief schnell weg und rannte dabei den Prinzen um. Der Prinz rief: „Vorsicht, Mädchen!“

Später sah er Mia weinen. Der Prinz fragte Mia: „Was ist denn los, Prinzessin?“

„Mein Zauberspiegel wurde gestohlen!“

Der Prinz wusste sofort, dass die Prinzessin, die ihn angerempelt hatte, die Diebin sein musste. Er hatte nämlich etwas Glänzendes bei ihr gesehen und es war so groß gewesen wie ein kleiner Spiegel.

„Ich weiß, wer es war!“ sprach der Prinz. „Ich reite ihr hinterher. Sie kann noch nicht weit sein, denn sie war zu Fuß.“

„Und was macht Ihr, wenn Ihr sie nicht findet?“ fragte Mia ängstlich.

„Ach, die werde ich schon finden“, sagte der Prinz selbstbewusst. Dann ritt er ihr nach und fand Sara mit ihrer Mutter. Sie hatten sich an einem Stein etwas weiter vom Schloss entfernt getroffen und rasteten kurz. Der Prinz stieg vom Pferd und nahm den Spiegel vorsichtig aus der Tasche. Aber Sara und ihre Mutter wachten plötzlich auf. Da lief der Prinz so schnell er konnte zurück zu seinem Pferd. Er ritt davon und die beiden liefen hinterher. Aber das Pferd war viel, viel schneller als die beiden. Der Prinz war schon beim Schloss angekommen und übergab der Prinzessin den Spiegel.

„Hier, Eure Hoheit, ich habe Euren Spiegel wieder!“ sprach der Prinz erschöpft. Die Prinzessin sprang vor Freude auf: „Ja, das ist mein Zauberspiegel!“ Sie lachte glücklich.

Darauf ging der Prinz auf die Knie und fragte: „Liebste Prinzessin Mia von Mustalin, wollt Ihr mich heiraten?“

„Ja, ich will“, sagte Mia und schon bald heirateten sie. Die beiden bösen Frauen, Sara und ihre Mutter, wurden verbannt. Später bekamen der Prinz und die Prinzessin zwei Kinder: Einen Jungen namens Julian und ein Mädchen namens Lina. Sie wurden eine glückliche Familie und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Klasse 5a

Die Macht des Goldes

 

Es waren einmal drei Goldbären, die die Welt beherrschen wollten. Wenn sich ihnen Leute in den Weg stellten, wurden diese einfach in goldene Statuen verwandelt und die drei nannten sich selbst deshalb „die drei Goldbären“.

Aber die drei Goldbären übersahen einen jungen Prinzen. Sie dachten, dass sie alle Menschen in Statuen verwandelt hätten, aber der Prinz versteckte sich in einem alten Graben. Er nahm all seinen Mut zusammen, stellte sich den Goldbären entgegen und besiegte sie. Dann war er ein sehr großer Held.

Der Prinz überlegte sich, eine kleine Gruppe zusammenzustellen. Diese sollte die drei Goldbären aufhalten, falls sie noch einmal kämen. Aber was die Gruppe nicht wusste war, dass die drei Goldbären stärker geworden waren.

Drei Jahre vergingen und die drei Goldbären versuchten wieder, die Welt zu erobern, aber sie ahnten nicht, dass der Prinz Helfer hatte und die hatten trainiert, während die drei Goldbären nicht trainiert hatten.

Die Goldbären fassten den Plan, eine Frau zu entführen und damit den Prinzen und seine Leute abzulenken. Aber als sie den Plan in die Tat umsetzten, halfen die Gruppe und der Prinz zusammen. Der Prinz jagte dem Entführer nach, während die anderen das Schloss verteidigten.

Einer sagte: „Ich helfe dem Prinzen und du versuchst, den anderen aufzuhalten.“
Allerdings tauchte der Prinz in dem Moment schon wieder mit der Frau auf, dicht gefolgt von einem Goldbären. Der Prinz und seinen zwei Leute konnten sich verteidigen, aber da kündigten die drei Goldbären an, dass sie eines Tages wiederkommen würden und riefen sie gemeinsam: „Dann könnt ihr uns nicht mehr aufhalten!“ Darauf verschwanden sie.

Die Frau bedankte sich beim Prinzen und dieser fragte dann seine zwei Helfer: „Wie kann man die Menschen wieder normal machen?“

Die zwei sagten: „Wir glauben, dass die Menschen für immer so bleiben werden.“
Aber der Prinz sprach: „Das kann nicht sein. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.“
Die zwei Leute sagten zu dem Prinzen: „Wir finden schon eine Lösung für die Menschen.“
Der Prinz erwiderte: „Ich glaube, dass nur die drei Goldbären das wieder rückgängig machen können. Also lasst uns doch mit den drei Goldbären reden, wenn sie das nächste Mal wieder kommen.“

Später verkündete der Prinz: „Ich will eine Mauer bauen, mit einer Falle darin.“
Die zwei Helfer sagten: „Das dauert mindestens zwei Jahre.“

Der Prinz antwortete: „Das schaffen wir schon.“

Nach zwei Jahren kam ein Goldbär und wollte sich heranschleichen, aber die Falle fing ihn ein.

Der Prinz sagte: „Es werden aber immer noch mehr und mehr Leute vergoldet. Lasst uns die anderen Goldbären suchen und sie dazu bringen, die Leute wieder normal zu machen.“

Sie suchten sehr lange, bis sie die zwei übrigen Goldbären gefunden hatten. Der Prinz schlug nochmals vor: „Lasst uns fragen, ob sie die Leute wieder normal machen können.“

Aber seine beiden Begleiter meinten: „Nein, lass uns lieber die zwei Goldbären belauschen, damit wir wissen, was ihr Plan ist. Dann sind wir vorbereitet, falls sie nochmal mal stärker werden.“

Der Prinz war damit einverstanden. Später handelten sie einen Schlusskampf auf dem Kampfplatz des Schlosses aus. Der Prinz trat mit den beiden Helfern aus dem Schloss an. Die zwei übriggebliebenen Goldbären kamen ebenfalls auf den Kampfplatz. Einer schlug vor: „Wir veranstalten einen Kampf. Wenn ihr gewinnt, machen wir alle Leute wieder normal. Wenn aber wir gewinnen, dürfen wir euch auch in Statuen verwandeln.“

Der Prinz erklärte sich einverstanden. Es wurde ein schwerer Kampf und einmal wurde es so eng für den Prinzen, dass man hätte meinen können, dass sie verlieren, weil er auch noch verletzt wurde. Seine Leute aber eilten ihm zu Hilfe und besiegten schließlich die Goldbären. Daraufhin verwandelten die Goldbären alle wieder zurück. Sicherheitshalber sperrte der Prinz die drei danach in den Kerker. Und so konnten die Menschen alle friedlich bis an ihr Lebensende leben.

Klasse 5a

Die magische Pflanze

 

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da lebten ein Mann und eine Frau in einem Häuschen am Waldrand. Sie waren zufrieden mit ihrem Leben, aber auf ein Kind hatten sie bis jetzt vergeblich gewartet. Der Mann wusste nicht mehr weiter und er ging zu einer alten Kräuterfrau. Sie gab ihm einen Rat: „Wenn du die magischen Rapunzel aus dem Garten der alten Hexe holst und sie deiner Frau zum Essen gibst, dann wird sie ein Kind bekommen. Aber sei vorsichtig, freiwillig wird sie dir die Rapunzel nicht geben!“ Der Mann ging durch den Wald nach Hause. Seine Frau saß traurig am Fenster. „Ich war bei der alten Kräuterfrau und sie hat gesagt, du sollst Rapunzel aus dem Garten der alten Hexe essen. Aber sie gibt uns die Rapunzel nicht freiwillig. Das kann gefährlich werden.“ Das erzählte der Mann seiner Frau. „Bitte, lieber Mann, hole die Rapunzel, koste es, was es wolle!“, bat die Frau ihren Mann. Also ging er los durch den Wald und kam auf eine Lichtung. Dort stand ein kleines Holzhaus und vor dem Holzhaus war ein wunderschöner Garten mit prachtvollem Rapunzel.  Das muss das Haus der alten Hexe sein!“, dachte sich der Mann. Vorsichtig schaute er sich um, aber es war niemand da. Er fand im Zaun ein kleines Loch und kletterte durch. Schnell nahm er sich eine Handvoll Rapunzel. Doch auf einmal stand die alte Hexe da und krächzte: „Was machst du mit meinem Rapunzel!“ Der Mann stammelte: „Bitte, gib mir den Rapunzel, wir wünschen uns so sehr ein Kind, aber meine Frau kann nur eines kriegen, wenn sie deinen Rapunzel isst!“ Da sagte die Hexe: „Na gut, du kannst dir so viel nehmen, wie du willst!“ Der Mann wollte sich gerade bedanken, da redete die alte Hexe weiter: „Ich will euer Kind haben, wenn es geboren ist!“ In seiner Not stimmte der Mann zu. Er rannte schnell nach Hause, um seiner Frau die freudige Nachricht zu überbringen. Die Frau aß den Rapunzel und tatsächlich bekam sie eine kleine Tochter. Doch als die Tochter in ihrer Wiege schlief, stand auf einmal die alte Hexe da und rief: „Gebt mir das Kind, ihr habt es versprochen!“ Schnell nahm sie die kleine Tochter und wie der Blitz war sie auf einmal weg. Die Frau weinte fürchterlich.  Die alte Hexe gab dem Mädchen zu essen und zu trinken, aber sie sperrte sie in einem hohen Turm ein. Sie gab dem Mädchen den Namen Rapunzel. Dort saß das arme Mädchen am Fenster und sang ein trauriges Lied. Einmal, als sie wieder ihr trauriges Lied sang, kam der Königssohn Horst-Sepp der 32. vorbei und hörte sie singen. „Wer singt denn da!“, frage er neugierig. Er sah zum Turm und sah Rapunzel. „Hallo, wer bist du denn da oben!“ „Ich heiße Rapunzel!“, antwortete das Mädchen. Ich kann aus dem Turm nicht heraus, die alte Hexe hat mich eingesperrt.“ Der Königssohn erwiderte: „Ich werde dich holen!“ Er kletterte den Turm hinauf, nahm Rapunzel und kletterte mit ihr wieder den Turm hinunter. Als sie unten ankamen, stand die alte Hexe da und wollte Rapunzel wieder holen. Doch auf einmal schrumpfte sie und es lag nur noch ein braunes Blatt am Boden. Rapunzel und der Königssohn heirateten und bekamen viele Kinder.

Klasse 5cG

König Sepp und Königin Resi

 

Vor langer Zeit lebte in einem Schloss der König Sepp mit seiner Frau Resi. Resi schenkte ihm zwei Kinder, Hansi und Klara.

Die Eltern von König Sepp wohnten unten am Fuß der Burg Saltburg, am Rande der Wälder in einem wunderschönen Holzhaus. Von dem aus konnte man den ganzen Wald überblicken.

Die Königsfamilie war sehr glücklich und alle mochten sie. Eines Tages kam Knecht Xaver völlig außer Atem zum Königspaar gelaufen. „Xaver, was ist denn passiert?“, fragte erschrocken die Königin. Keuchend erzählte der Knecht: „Letzte Nacht hat der furchtbare Drachen Helmut sein Unwesen getrieben! Viele Häuser haben gebrannt und ganz viele Leute aus dem Dorf haben furchtbar Angst, deshalb sind sie in den Wald gelaufen!“ Die Männer wollten das Dorf verteidigen, aber der Drache war zu stark. Sie hatten keine Chance. Er saß in dem Dorf und ging nicht mehr weg.

Da hatten die Eltern von König Sepp eine Idee: „Wir gehen zu dem Drachen und schicken ihn fort, schließlich sind wir die Königseltern, er muss uns gehorchen!“ Gesagt, getan. Als sie vor dem Drachen standen, fauchte der und spuckte Feuer. „Erst wenn ihr mir mein Eigentum wieder gebt, werde ich in Frieden gehen!“ Er fauchte und spuckte weiter, packte sich die Königseltern, breitete seine großen Flügel aus und erhob sich mit großem Getöse in die Luft. Dann flog er zurück in seine Ruine und warf die Königseltern, die starr vor Schreck waren, in ein dunkles Verließ. Als das Königspaar zu Hause davon erfuhr, war es entsetzt: „Wir müssen sofort Hilfe holen!“ Schnell schickten sie Xaver, den Knecht, zum Zauberer Hirmax von Gut Sorgenstein. Xaver machte sich sogleich auf den Weg, um Hirmax mit seiner Kutsche abzuholen. Unterdessen ging Königin Resi zu den Kinder Hansi und Klara, um ihnen die traurige Nachricht zu überbringen. Die beiden Kinder weinten fürchterlich, verlangten vom König: „Papa, bring uns Oma und Opa wieder zurück!“ Der König versprach, alles zu tun und wartete sehnsüchtig auf die Ankunft des Zauberers Hirmax.

Als der endlich eintraf, bat der König ihn flehentlich um Rat: „Kannst du nicht den Drachen verzaubern, sodass er wieder klein wird, wie er vorher war und Oma und Opa heil wieder zurückkommen?“ Doch Hirmax erwiderte: „Dagegen gibt es keinen Zauber, denn der Drache hat sein Herz verloren und wird so lange keine Ruhe geben, bis er es wieder hat. Sein Herz ist ein leuchtender Diamant, aber der wurde gestohlen! Nur wenn er diesen Diamanten, der ja sein Herz ist, wieder hat, ist er wieder klein und hat keine bösen Gedanken mehr!“ Die Königin fragte Hirmax: „Aber weißt du denn, wo dieser Diamant zu finden ist? Dann schicken wir die stärksten Männer los, um ihn zu holen!“ Der Zauberer schaute in seine Glaskugel und rief erschrocken: „König, dein Vater hat den Diamanten! Er ist in einem Kästchen unter seinem Bett versteckt!“

Klara und Hansi hatten das Gespräch belauscht und beschlossen, die Großeltern selbst zu retten: „Klara, pack uns etwas zu essen ein, ich hole den Diamanten!“, flüsterte Hansi seiner Schwester zu. „Ja, das mache ich!“, antwortete Klara. Sie hatte zwar furchtbar Angst, aber sie stand ihrem Bruder treu zur Seite. Als Hansi sich auf den Weg machte, den Diamanten zu holen, schlich Klara sich in die Küche, und packte Brot, Würste und Wasser ein. Dann lief sie schnell hinunter zum Fluss, wo Hansi schon auf sie wartete. Ihr Herz klopfte vom schnellen Laufen und von der Angst, die sie hatte. Hand in Hand machten sich die Geschwister auf den Weg zur Ruine, wo der Drache saß. Sie liefen über Wiesen und Felder, durchquerten einen dunklen Wald und kamen endlich durchnässt und erschöpft an der Ruine an. „Endlich sind wir da, ich kann nicht mehr!“, japste Klara erleichtert. „Klara, wir können keine Pause machen, es wird sonst zu spät und dunkel!“ „Bitte Hansi, ich kann keinen Meter mehr gehen!“ „Na gut, ich baue uns ein Dach aus Zweigen, dann können wir hier schlafen!“

Sofort schliefen beide erschöpft ein. Am nächsten Morgen wurden sie durch einen lauten Knall geweckt. Der Drache hatte gemerkt, dass die Geschwister zu ihm wollten und versuchte sie zu verscheuchen. Wieder fauchte er und spuckte Rauch und Feuer: „Lasst mich in Frieden!“, rief er und schlug mit seinem mächtigen Drachenschwanz schwer auf den Boden, sodass es laut dröhnte. Klara begann vor Angst zu weinen und Hansi nahm allen seinen Mut zusammen, stellte sich vor den Drachen und nahm den Diamanten in die Hand. So ging er noch näher auf ihn zu und zeigte dem Drachen den Diamanten. Es wurde plötzlich ganz still und der Drache bekam große Augen. Hansi ging weiter auf ihn zu und als er direkt vor ihm stand, presste er den Diamant an die Stelle, wo das Herz des Drachens einmal gewesen war. Der Diamant fing sofort an zu leuchten wie tausend Feuer und verschmolz mit dem Drachen. Der Drache Helmut ließ seinen Kopf auf die Erde sinken und rief glücklich: „Ich kann wieder Liebe und Freude spüren, nicht nur Neid und Hass! Danke junger Mann, wie kann ich dir nur danken!“ Da rief Klara: „Bitte lass unsere Großeltern frei!“ „So soll es sein!“, schnaubte der Drache Helmut

Inzwischen waren die besorgten Eltern zur Ruine geeilt: „Hansi, Klara, ist alles gut bei euch? Wir haben uns solche Sorgen gemacht!“ Als alle sich auf den Heimweg machten, konnte man den Drachen leise lachen hören.

Klasse 5cG

Schwarzkäppchen

 

Es war einmal ein Mädchen und das hieß Schwarzkäppchen. Sie hatte eine sehr gemeine Stiefmutter und eine böse Stiefschwester. Die beiden dachten nur immer an sich selbst, doch nie an Schwarzkäppchen. Niemand war für Schwarzkäppchen da – nicht einmal ihr Vater, denn dieser war vor einem halben Jahr gestorben. So hatte sie leider gar keine Freunde, denn sie durfte auch nicht rausgehen. Nicht einmal in die Schule durfte sie gehen. Ihre böse Stiefmutter sagte zu ihr: „Du bleibst hier zuhause und arbeitest hier weiter.“

Als eines Tages ihre Stiefmutter und ihre Stiefschwester auf den Markt gingen, kam in dieser Zeit ein Diener vor die Tür. Schwarzkäppchen machte natürlich die Tür auf und fragte: „Oh, ähm, Hallo! Wer sind denn Sie?“

Der Diener antwortete: „Oh, hallo! Seien Sie gegrüßt, ich bin der königliche Diener vom Königreich. Ich wollte Ihnen diese Karte überreichen, um Sie zum Ball des Königs einzuladen.“

Schwarzkäppchen sagte daraufhin: „Oh, danke! Ich schaue mir die Karte nachher an.“ Daraufhin sagten beide „Tschüss“ und Schwarzkäppchen schloss die Tür zu.

Als ein paar Stunden vergangen waren, kamen die Stiefschwester und die Stiefmutter nach Hause. Die Stiefmutter fragte: „Ist zufällig jemand an der Tür gewesen?“
Schwarzkäppchen wusste nicht, was sie sagen sollte und darum log sie: „Nein, es war keiner hier.“ Als Schwarzkäppchen mit der Arbeit fertig war, ging sie schnell und leise auf ihr Zimmer, denn sie wollte den Brief öffnen. Sie las ihn und dort stand: „Sie werden zum Königlichen Ball eingeladen, morgen um 17:00.“

Als es am nächsten Tag Abend wurde, machte sie sich schnell fertig, während ihre Stiefschwester und Stiefmutter schliefen. Schwarzkäppchen schlich sich leise hinaus und nahm den Weg zum Wald.

Doch auf dem Weg zum Ball traf sie auf einen grauen Troll. Sie erschrak sich und rannte schnell davon, doch der Troll rollte ihr hinterher. Sie fragte ängstlich: „Was willst du von mir?“

Der Troll antwortete: „Ich wollte nur fragen, wo der Weg zum Königlichen Ball ist.“

Schwarzkäppchen sagte: „Komm mit mir, ich zeige dir den Weg.“

Der Grautroll meinte: „Ok!“ Und so gingen sie zusammen dorthin.

Als sie ankamen, fragte Schwarzkäppchen: „Ist da oben der Prinz?“ Der Troll antwortete: „Ja.“

Schwarzkäppchen ging die Treppen hoch, während der Troll unten blieb und sich alles anschaute. Als Schwarzkäppchen hinauf ging, sah sie den Prinzen. Da lief sie schneller und fragte ihn: „Hallo, haben Sie mir die Einladung geschickt?“

Doch der Prinz antwortete freundlich: „Seien Sie gegrüßt! Das war ich nicht, doch mein königlicher Diener müsste es gewesen sein.“

Als Schwarzkäppchen wieder nach unten zum Grautroll gehen wollte, sah sie wie aus dem Nichts ihre Stiefmutter und ihre Stiefschwester. Sie rannte so schnell sie nur konnte nach unten und packte den Troll an der Hand. Aber der Troll ließ sie los und fragte: „Hey! Was soll das? Ich wollte mir gerade da vorn eine Tasse Tee voll machen.“

Doch Schwarzkäppchen sagte atemlos: „Es gibt ein Problem.“

„Wie? Ein Problem?“ fragte der Troll hinüber.

Schwarzkäppchen sagte zu ihm: „Du musst mir vertrauen! Bitte, es ist sehr wichtig.“

„Ich versuche es“, meinte der Troll genervt. Dann rannten sie quer durch das Schloss, hinaus in den Park und verschwanden wieder im Wald. Die beiden verbrachten die ganze Nacht in diesem Wald.

Als es Morgen wurde, wachte Schwarzkäppchen auf und fragte den Troll leise und müde: „Bist du schon wach?“ Der Troll flüsterte: „Ja, ich bin wach.“
„Na dann, guten Morgen“, antwortete Schwarzkäppchen leise. Aber plötzlich bemerkte der Troll ein Stück entfernt etwas Glänzendes. Er schlich hin und tippte es an. Da drehte es sich um und es war tatsächlich der Prinz. Er kam gerade von einem Spaziergang und wollte eine Pause im Wald machen. Der Prinz sagte: „Sei gegrüßt! Warte mal, bist du nicht der Grautroll von gestern?“

Der Troll antwortete: „Ja“. Der Prinz wunderte sich aber nur, was ein Troll hier machen würde.
Der Troll erklärte: „Wir übernachten hier, also besser gesagt, wohnen wir hier.“

„Aber wer ist denn wir?“ fragte der Prinz erstaunt.

„Ah, das hätte ich fast vergessen: Schwarzkäppchen ist auch noch da“, meinte der Troll. „Doch, was macht ihr hier in der Kälte?“ fragte der Prinz.

Der Troll antwortete: „Wir haben kein Zuhause.“

Er ging zu Schwarzkäppchen, nahm sie mit und sagte: „Das hier ist Schwarzkäppchen und Schwarzkäppchen, das ist der Prinz.“

Schwarzkäppchen sagte leise: „Hallo… wir müssen jetzt wieder etwas zu essen suchen.“

Der Prinz schaute Schwarzkäppchen an und sagte: „Wartet, wollt ihr bei uns bleiben? Wir haben Essen und einen Kamin.“

Der Troll sagte direkt: „Ja!“

Doch Schwarzkäppchen war anderer Meinung, sie erklärte nämlich: „Das ist sehr nett, doch nein danke, es ist hier warm genug.“

Der Prinz sagte: „Wir haben dort drinnen alles.“

Schwarzkäppchen erwiderte: „Hm…na gut, in Ordnung.“

Da gingen sie ins Schloss. Sie gingen zum König und der Prinz fragte: „Vater, könnten die beiden für eine Weile hierbleiben? Bitte, sie erfrieren sonst draußen!“

Der Vater sagte: „Hm, ok, einverstanden.“ Da gab der Prinz ihnen alles, was sie jetzt brauchten.

Einige Jahre später klopfte jemand an die Tür. Es war die Stiefmutter mit der Stiefschwester. Schwarzkäppchen machte die Tür auf und sagte: „Stiefmutter, Stiefschwester, seid ihr das?“ und sie antworteten: „Ja, wir sind jetzt arm und brauchen einen Platz. Bitte hilf uns!“ Schwarzkäppchen sagte nichts mehr und schloss daraufhin die Tür zu.

Klasse 5a