Sprachreise nach England

Engländer können nicht kochen, haben einen schwarzen Humor, trinken den ganzen Tag Tee und lieben Fish and Chips. Typische Klischees, aber sind sie auch wahr? Schüler der 9. und 10. Klassen der Heinrich-Braun Mittelschule Trostberg haben sich auf den Weg gemacht, um das zu überprüfen und ihre bisherigen Englischkenntnisse aufzupolieren.

Das Interesse war groß, als nach langer Zeit wieder eine Sprachreise nach England für die Schüler der Mittelschule Trostberg angeboten wurde. Per Losverfahren wurden 35 glückliche Schüler ermittelt, die sich Anfang Oktober mit dem Bus auf die lange Fahrt nach London machten. Nach 17 Stunden waren viele Schüler überwältigt, als sie zum ersten Mal in ihrem Leben mit der U-Bahn fuhren. Die Lehrer hatten große Mühe alle zusammenzuhalten, als sie vom Buckingham Palace zum Trafalgar Square spazierten, denn englische Eichhörnchen zogen das Interesse dreier Schüler auf sich. Bis alle Schüler wieder eingefangen waren, dauerte es eine Weile.

Bei den Horse Guards schieden sich die Geister. „Die sind doch nicht echt!“, war sich Amelie sicher. Sie staunte nicht schlecht, als sich die Wache plötzlich bewegte. Am Piccadilly Circus beeindruckten die Straßenkünstler die Schüler mehr als die Leuchtreklame und so mancher wäre hier gerne länger geblieben. Aber der Hunger trieb alle Richtung Chinatown. Hier wurde gegessen, die ersten Souvenirs gekauft und erste reale Erfahrungen mit der englischen Sprache gesammelt. Während anschließend einige den Seiltänzer im Covent Garden beobachteten, bummelten andere über das Areal und bestaunten das Angebot der Handwerker und Künstler. Müde und voller neuer Eindrücke erreichten alle am Abend die Jugendherberge und waren froh über ein gemütliches Bett, in dem man sich ausstrecken konnte.

Am Sonntag ging es dann mit dem Boot auf der Themse vorbei an Sehenswürdigkeiten wie der St. Paul’s Cathedral, dem Tower und unter der Millennium Bridge und der Tower Bridge hindurch bis nach Westminster. Bei strahlendem Sonnenschein fuhren alle mit dem London Eye und bestaunten die Großstadt von oben. Leider fanden Restaurierungsarbeiten am Big Ben und den Houses of Parliament statt. Einen ungehinderten Blick auf diese Sehenswürdigkeiten konnten die Schüler im 4D-Kino bei einem virtuellen Flug über London erhaschen. Beim Fußmarsch in die Innenstadt bewunderten einige die Hütchenspieler. Von der Westminster Abbey ging es vorbei an der Downing Street wieder nach Chinatown. Nach der Mittagspause versammelten sich viele rund um einen Zauberer und machten große Augen, als dieser Geld verschwinden ließ, Häschen verzauberte und viele Fragen unbeantwortet ließ.

Während der Busfahrt nach Broadstairs zu den Gastfamilien machte sich große Aufregung im Bus breit. Viele waren neugierig und erleichtert, als sie von ihren „Familien“ in Empfang genommen wurden. Im Laufe der Woche genossen viele Schüler gutes Essen und wunderbares Wetter, tranken Tee zum Frühstück, lernten neue Leute kennen, sprachen Englisch mit den Gastfamilien und dem Personal der Sprachschule, entdeckten den Ort und seine Umgebung, versuchten sich beim Karaokesingen oder Barndance, spielten am Strand, besichtigten die Stadt Canterbury und lachten Tränen bei den Spielen mit dem Drama teacher.

Im Unterricht am Broadstairs English Centre arbeiteten die Schüler unter anderem mit den Lehrern an der Verbesserung unserer Aussprache. Sie konnten bereits gelernte Strukturen anwenden und ihr Wissen ausbauen. Auch bei den von der Schule organisierten Aktivitäten hatte jeder viel Gelegenheit sein Sprachwissen anzuwenden und zu erweitern. In Kleingruppen erkundete sie die Stadt Broadstairs im Südosten Englands und plauderten mit Einheimischen. Bevor es am Freitagmittag mit dem Bus zurück nach Hause ging, besichtigten alle gemeinsam einen Freizeitpark in Margate, der kurz vor dem Ruin steht. In einem Kleinprojekt galt es herauszufinden, warum der Freizeitpark für viele Bürger der Stadt nicht attraktiv genug ist und wie man die Rentabilität steigern könne.

Zufrieden und ausgelaugt, mit einem Rucksack voller neuer Erlebnisse und Eindrücke machten sich alle schließlich wieder auf den Heimweg. Ein Teil der Vorurteile gegenüber England und seinen Bewohnern konnte während der Zeit dort abgebaut werden. Die Reise hat allen gut gefallen, viele Erwartungen wurden übertroffen und die meisten Teilnehmer können eine Fahrt dorthin nur empfehlen.

Die Teilnehmer der Sprachreise bedanken sich herzlich bei den Sponsoren der umliegenden Betriebe, die die Reise finanziell unterstützt haben, den Gastfamilien und dem Personal des Broadstairs English Centre sowie bei den Mittelschulen Grassau und Siegsdorf für die Unterstützung bei der Organisation und Durchführung der Fahrt. Ein großer Dank geht auch an die Busfahrer, die uns sicher nach Hause gebracht haben. Außerdem möchten sich die Reiseteilnehmer bei der Schulleitung und den Lehrern für die Möglichkeit bedanken, an der Sprachreise teilnehmen zu können.

Rebecca Poth